Sexualerziehung

Fachgebiet Sexualpädagogik

Sexualpädagogik begleitet Jugendliche beim Entdecken des eigenen Körpers, der sexuellen Lust sowie bei der Entwicklung partnerschaftlicher Beziehungen. Sie fördert Kenntnisse über die körperliche, biologische, seelische, soziale und gesundheitliche Seite einer selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Lebensplanung von Mädchen und Jungen und bezieht dabei selbstverständlich Aspekte der Genderforschung mit ein.

Sexuelle Bildung findet zu 80% in Selbstlernprozessen statt. Mädchen und Jungen bringen Erfahrungen aus ihrer Herkunftsfamilie mit und wählen aus, was sie für sich übernehmen wollen und was nicht zu ihnen passt. Viele Beziehungen und Begegnungen prägen sexuelles Verhalten, übrigens lebenslang. Den genauen Anteil von biologischer und sozialer Prägung zu ermitteln, ist schwierig. Als grobe Orientierung gilt ein Verhältnis von 50:50.

Altersangemessene Angebote zur sexuellen Bildung für Kinder und Jugendliche orientieren sich an deren Lebenswelt. Sie fördern die Selbstkompetenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit sich und anderen. Das Verhältnis zum eigenen Körper und die Möglichkeit, Gefühle und Unsicherheiten wahrzunehmen und auszudrücken, sind zentral bei der Entwicklung persönlicher Identität. Selbstbewusste und gut informierte Kinder und Jugendliche haben bessere Chancen, ihre sexuelle Identität und ihre Partnerschaften zu entwickeln ohne vermeidbare Risiken einzugehen.

Der Abbau von gesellschaftlich verwurzelten Vorurteilen und Benachteiligungen gegenüber Jugendlichen mit lesbischer, schwuler, bisexueller, transsexueller, intersexueller oder queerer Orientierung trägt zur Förderung einer menschlich respektvolleren Haltung und auf Toleranz aufbauender Entwicklung bei.

Prävention von Gewalt in sexueller Kommunikation und in jugendlichen Partnerschaften soll wertschätzende und respektvolle Beziehungen fördern. Der Schutz vor sexueller Gewalt ist ein zentrales Ziel der Sexualpädagogik. Diese Form von Gewalt ist nicht selbstverständlich in allgemeine Gewaltprävention integriert und erfordert eine zusätzliche Beachtung und  Präventionsstrategie. Selbstbewusste und gut informierte Kinder haben bessere Chancen, sexueller Gewalt zu entgehen und nicht zum Opfer zu werden. Allerdings darf sich Prävention von sexueller Gewalt nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern muss sich auch an Eltern und pädagogische Fachkräfte wenden. Dazu sind die Vernetzung der Fachleute und die ständige Weiterentwicklung von Standards in der Prävention notwendig.

Interkulturelle Sexualerziehung: Die meisten Kinder wachsen in multikulturell gemischten Gruppen auf. In der heute vorherrschenden Kultur der Verhandlungsmoral geht es darum, Mädchen und Jungen die Fähigkeit zu vermitteln, Unterschiede  anzuerkennen, darin liegende Chancen zu sehen wie auch Grenzen zu akzeptieren.

Das Angebot

Fachreferentin:
Bernhild Manske-Herlyn, Tel. (07 11) 2 37 37 13

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Möglichkeiten der Prävention und Intervention
Mehr Informationen

Institut für Sexualpädagogik, Dortmund

Onlineangebot der BzgA

 Informationen zum Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit für Migrantinnen und Migranten, die noch nicht lange in Deutschland leben.
Nutzungshinweise und Informationen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Pädagogik im Kontext geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

Weiterbildung zur "Fachkraft für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und Antidiskriminierung"
Ein Angebot des Paritätischen Jugendwerk (pjw) in Kooperation mit den LAG's Mädchenpolitik und Jungenarbeit Baden-Württemberg. Mehr Informationen

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